2/04 - die Elemente 4 & 5 des Periodensystem

Beryllium, Borax & Boron sowie Mandragora, Lyssinum ...

Homöopathische Fälle zu Beryllium carbonicum, und metallicum, Boron und Borax
Nach der Erstausgabe widmet sich auch diese Ausgabe Arzneien mineralischer Herkunft. Die Elemente Nr. 4 und Nr. 5, Beryllium metallicum und Boron metallicum, sowie die Boron-Natrium-Verbindung Borax veneta stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Zusätzlichen finden Sie Beiträge und Kasuistiken zu folgenden Arzneien:
- Lyssinum (Hydrophobinum)
- Mandragora officinarum (mit Arzneimittelbild)
- Acalypha indica (Empfindungsmethode)
Beryllium (metallicum)

Beryllium, das trotz einer erstmaligen Arzneiprüfung im Jahre 1952 ein homöopathisches Schattendasein fristet, ist eine Arzneimittel für Menschen, die ein ausgeprägtes Verlangen nach Versorgung und Schutz durch nahestehende Menschen haben. Die Betroffenen habe große Probleme, sich als eigenständige Individuen wahrzunehmen, zum Beispiel fragen Erwachsene bei Kleinigkeiten immer ihren Partner oder die Eltern um Rat.

Ein Einstiegsartikel von Thomas Schweser widmet sich dem Element und gibt ein kompaktes Arzneimittelbild wieder, unterstützt durch einige Kurzfalldarstellungen.

Es folgen zwei ausführliche Kasuistiken, die erste ist von Dr. Jayesh Shah (Indien). Es geht um einen Mann mit starken Schmerzen in den Gelenken, so dass er sich nur sehr langsam bewegen kann. Er fühlt sich unzulänglichhilflos und abhängig. Er bekam Beryllium carbonicum und nahm seitdem überhaupt keine Schmerzmittel mehr ein. (Wiedergabe des Videofalles von Ralf Almasto Burmeister.)

Im zweiten Fall wurde das reine Element Beryllium verordnet. Die Patientin ist eine zarte, bedächtige, unauffällige Frau mit sehr leiser Stimme, die unter ständigen HNO-Infekten mit entzündeten Tonsillen leidet. Als Kind lang sie viereinhalb Jahre im Krankenhaus wegen einer vermuteten Knochen-TB im Hüftbereich - mit der Folge einer starken Entfremdung von der Eltern. Nach der Einnahme von Beryllium war es für sie, als ob etwas in ihr aufgegangen sei, sie konnte auf einmal laut sprechen, singen und sogar schreien. Ihre Erkältungen verschwanden wie auch später auftretende Hüftschmerzen nach einer Arzneiwiederholung. Zur Abrundung führt die Behandlerin Anne Schadde (München) noch Informationen zum Metall sowie Symptome aus Vergiftungen mit Beryllium und homöopathischen Prüfungen auf.


Borax veneta & Boron metallicum

Borax veneta (Natrium boracium) ist eine Verbindung von Boron und Natrium, die jedem Homöopathen mit ihren Hauptsymptomen bekannt ist: Furcht bei Abwärtsbewegung, Neigung sich anzuklammern, Aphten etc. Doch wie ist die psychische Struktur genau? Der „ewige Säugling“ ist eine passende, wenn auch zu allgemeine Charakterisierung. Das homöopathische Verständnis des Elementes Boron metallicum (Bor) ist diesbezüglich sehr hilfreich. Menschen, die Boron als potenziertes Heilmittel benötigen, sind äußerst beeinflussbar und neigen dazu, schnell Verhaltenweisen ihrer Mitmenschen zu übernehmen. Ein ausreichendes Maß an Abgrenzung fällt ihnen schwer – ganz so wie der Substanz Borax. Einhergehend mit dieser mangelnden Abgrenzungsfähigkeit bestehen bei Borax und Bor, ähnlich wie auch bei Beryllium met., eine Art Ich-Schwäche und Selbstunklarheit.

Folgende fünf Beiträge und Kasuistiken verdeutlichen das psychische Bild und die körperlichen Beschwerden von Patienten, die Bor oder Borax erhalten haben:

- Ein vierseitiger Beitrag von Thomas Schweser gibt ein kompaktes Arzneimittelbild von Bor (Boron) und Borax (Natrium boracium), das Sie sich hier zur Ansicht downloaden können: Boron_und_Borax.pdf

Nachtschweiße, Magenkrämpfe und Übelkeit waren die Hauptbeschwerden einer auffallend selbstunsichereren Patientin von Karl-Josef Müller, die Boron und anschließend noch Boron acidum verordnet bekommen hatte.

Dr. Jayesh Shah präsentierte auf einer Fortbildung den Boron-Fall eines Mannes mit ausgeprägten panikartigen Ängsten bzgl. Gesundheit, vor Kontakt mit neuen Kunden, vor einem Flug, beim Besuch von Menschen im Krankenhaus etc., die von entsprechenden körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Blutandrang zum Kopf und zittrigen Extremitäten begleitet werden. (Wiedergabe von Ralf Almasto Burmeister.)

„Verwirrung um die Identität“ lautet der Titel des Borax-Falles von Dr. Nandita Shah (Indien), der von einer Frau handelt, die aus der Angst sich umzubringen, nicht alleine sein konnte. Sechs Monate nach Borax C200 hatten ihre Ängste sich auf 20 % reduziert, und sie kam gut damit klar, wenn ihr Mann aufgrund beruflicher Reisen sie mit den Kindern allein zu Hause lassen musste. Die Behandlerin schreibt: „Die Ängste und Befürchtungen sind alles verschiedenartige Äußerungen ihrer Identitätsverwirrung. Sie konnte nicht zwischen sich und anderen differenzieren, so hatte sie folglich immer das Gefühl, dass was immer sie über andere hörte, ihr auch passieren würde, wie ihr Baby aus dem Fenster zu werfen oder eine Liebesaffäre zu haben.“

Die fünfjährige Melanie ist ein unsicheres und ängstliches Kind, die immer unterstützt und aufgebaut werden muss. Schaukeln und Hochwerfen hat sie noch nie gemocht, sie schreit dann panisch. Nach Borax C30 wurde sie sehr viel weniger ängstlich, sie tritt selbstsicherer auf, ist weniger eifersüchtig und kann auch mal gut alleine bleiben. Borax C30 wurde von der Behandlerin Graziella Sanzo (Saarbrücken) zweimal bei länger andauernden Infekten wiederholt und stabilisierte Melanies Zustand schnell wieder. Die Ängste und Unsicherheiten tauchten nicht wieder auf, und das babyhafte Verhalten gehörte der Vergangenheit an.


Lyssinum (Hydrophobinum)

Die Homöopathin Monika Kittler dokumentiert ausführlich den Lyssinum-Fall einer Frau mit Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden, die während einer akuten psychischen Krise in Behandlung kam. Nach der Verordnung von Lyssinum C200 kam es zu einer intensiven 24 Stunden andauernden emotionalen Verschlimmerung. Im Laufe der nächsten Wochen traten dann eine Reihe von ehemaligen körperlichen Beschwerden auf, wobei die Patientin das Gefühl hatte, dass sich parallel dazu ihre Selbstwahrnehmung komplett veränderte. Schlaf und die PMS-Symptomatik besserten sich ebenfalls nach der Gabe von Lyssinum.
Eine weitere Lyssinum-Kasuisitik finden Sie im Sonderheft Hundearzneien.


Mandragora officinarum - die Alraune

Das Nachtschattengewächs Mandragora eine, selbst für Nachtschattenverhältnisse, ausgesprochen düstere Arznei. Zu Dingen wie Friedhöfen, Blut, Geistern und okkulten Ritualen besteht oft eine deutliche Affinität: entweder völlige Angst/Ablehnung oder aber Faszination. Schwere Traumatisierungen in frühester Kindheit (Geburtskomplikationen mit drohender Todesgefahr, Frühgeburten, Unfälle der schwangeren Mutter etc.) oder Transplantationen von Gewebe/Organen Verstorbener können einen Mandragorazustand auslösen. Wie Stram. wähnt sich Mandragora officinarium im Zustand zwischen lebendig und tot. Die Ähnlichkeiten zu den bekannteren Nachtschatten-Arzneien wie Stram. und Bell. sind frappierend.

Der Artikel von Thomas Schweser (Weilheim) gibt die Behandlung eines Mannes mit u.a. massiven Schlafstörungen (Alpträume), der regelmäßig Psychopharmaka einnehmen musste. Zur Heilung wurde lediglich eine einzige Gabe Mandragora C200 benötigt (38 Monate nachbeobachtet)! Zum tieferen Verständnis finden sich noch ergänzend die Essenzen weiterer Kasuistiken sowie ein Arzneimittelbild zu Mandragora officinarum.


Acalypha indica

Als letzte Kasuistik wird die Behandlung einer unter Colitis ulcerosa leidenden Frau mit dem Wolfsmilchgewächs Acalypha indica durch den indischen Arzt Dr. Jayesh Shah wiedergegeben. Die Fallaufnahme und -beurteilung erfolgten nach dem „neuen Ansatz“ von Rajan Sankaran. (Fallwiedergabe von Ralf Almasto Busmeister, Hamburg.)


Zur Abrechenbarkeit homöopathischer Leistungen des homöopathischen Arztes

Den Abschluss bildet ein Artikel der auf ganzheitlich tätige Heilberufe spezialisierten Rechtsanwältin Anette Oberhauser, die ihre Erfahrungen zur Abrechenbarkeit homöopathischer Dienstleistungen in der Praxis des homöopathischen Arztes wiedergibt.


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