2/03 - Skorpione

Androctonus amurreuxi & Buthus australis, Alumina, Hecla lava, Teucrium marum, Vipera berus

Homöopathische Beiträge zu Androctonus, Buthus australis, Alumina (Multiple Sklerose), Teucrium marum und Vipera berus
Skorpione gehören zur Klasse der Spinnentiere. Dr. Azam führte 1939 eine AMP von Buth-aust. durch, aber erst seit der Prüfung von Androctonus durch J. Sherr finden Skorpione verstärkt Beachtung. Es erwarten Sie Beiträge zu:
- Androc. (vier Fälle) & AMB von Androc. & Buthus
- Alumina: Fall und Arzneimittelbild
- Vipera berus
- Teucium marum (Katzengamander)
- Hecla lava (anstatt Staph.)
- Hoedulli cerebrum (Ziegengehirn)
- Systemaufstellungen in der homöopathischen Praxis
Androctonus amurreuxi & Buthus australis

Zur Einstimmung dient ein Beitrag mit zoologischen Informationen zu Skorpionen; danach wird auf zentrale Prüfungselemente und das Arzneimittelbild von Androctonus amurreuxi eingegangen, aber auch Buthus australis (Androctonus australis, Buth-a.) wird beschrieben. Diesen Beitrag können Sie hier einsehen: Skorpione_in_der_Homoeopathie.pdf
Den Abschluss bildet eine tabellarische Übersicht der gemeinsamen Symptome von Skorpionen und Spinnen.

Menschen, die Androctonus amurreuxi als Heilmittel benötigen, empfinden die Welt als feindseligen Ort. Die Wurzeln dieses Grundgefühl liegen oft in einer harten, emotional kalten Kindheit, in der gefühlsmäßiger Rückzug und/oder aggressives Verhalten den einzigen Schutz boten. Die Betroffenen können emotionale Anteilnahme weder gut annehmen noch äußern, und äußerst misstrauisch, zynisch und verletzend sein. Menschliche Kontakte scheinen ihnen nicht viel zu bedeuten. Im Repertorium (Complete Repertory) wird Androctonus amurreuxi u.a. in folgenden Rubriken geführt:
Gemüt – Bösartig, rachsüchtig – verletzen, Drang, jemanden zu
Gemüt – Wahnidee, Einbildung – gequält, angefeindet, er werde
Gemüt – Verlassenheitsgefühl – Isolationsgefühl
Gemüt – Wahnidee, Einbildung – allein – Welt, auf der
Homöopathisch besteht im Wesen eine Ähnlichkeit zu anderen Skorpionen und einigen Spinnen (z.B. Lat-m.), wie auch zu anderen „harten“ Arzneien wie Anac. oder Merc. Folgende vier Androctonus-Kasuistiken bestätigen die Praxistauglichkeit des Arzneimittelbildes aus dieser Ausgabe.

Dr. Michal Yakir (Israel): Ein Fall von Migräne bei einer sehr verschlossenen, zynischen und misstrauischen jungen Frau.

Karl-Josef Müller (Zweibrücken): Infektanfälligkeit bei einem Mädchen, das sich in der Schule ausgegrenzt, angefeindet und bedroht fühlt.

„Versteinerung“ lautet der Titel eines weiteren Falles eines Pflegekindes von Karl-Josef Müller. Die Pflegemutter äußert: „Andrea hat aber auch diese Mauer vor sich, wenn sie sich zurückzieht. Ihr Gesicht versteinert dann. ... Sie zeigt nicht so schnell Gefühle ... Es kommt nichts aus ihr raus über ihre Vergangenheit ...“ Nach Androc. C30/200 besserte sich Andreas Obstipation, sie wurde lockerer, zeigt mehr Gefühle, v.a. auch Traurigkeit, und die Beziehung zur Pflegemutter nahm an Tiefe und Ehrlichkeit zu.

Ralf Almasto Burmeister (Hamburg) präsentiert den Fall einer Frau, die sich einsam und ausgeschlossen fühlt und nach Alkoholgenuss aggressiv und eifersüchtig wird. Behandlungsgründe waren u.a. eine Laktoseintoleranz, Kopfschmerzen und Übelkeit vor dem Stuhlgang.

Eine Kasuistik zum Saharaskorpion Buthus australis finden Sie in dieser Ausgabe: Sonderheft Spinnenarzneien


Alumina (Aluminium oxydata) - eine Arznei bei Multipler Sklerose

Ich könnte nie auf eigenen Füßen stehen“ – so hat die Autorin Graziella Sanzo (Saarbrücken) ihren Beitrag zu Alumina betitelt. Ausführlich beschreibt sie die Substanz Tonerde (Aluminiumoxyd) und das Metall Aluminium, dessen physikalische und chemische Eigenschaften, die technische Verwendung und das Bild der Aluminiumintoxikation. Das ausführliche Arzneimittelbild von Alumina umfasst u.a. viele neurologische Beschwerden wie Taubheitsgefühle, Koordinationsstörungen, Muskelschwäche, Lähmungen und Schwindel. So kann Aluminium oxydata, vorausgesetzt das Gesamtbild passt, Erkrankungen wie Multiple Sklerose heilen oder zumindest zum Stillstand bringen. Das ausführliche Arzneimittelbild von Alumina wird durch eine Kasuistik einer Frau mit MS-artigem Symptomenbild (Schwindel, Taubheit der Beine) komplettiert, die eine große Furcht vor Blut, Messern und Spritzen hat, und häufig Entscheidungsschwierigkeiten und Selbstzweifel hat.


Vipera berus - die Kreuzotter

Dokumentation einer nahezu vier Jahre nachbeobachteten Vipera-berus-Kasuistik, bei der das anfangs verordnete Thuj. nicht das gewünschte Ergebnis brachte. Ein blauer Fleck, der während jeder Menstruation am Oberschenkel auftrat und mit Ziehen und einem Schweregefühl des Beines einherging, was sich beim Hochlegen der Extremität besserte, war neben dem Vorhandensein schlangenspezifischer Themen (Kongestionen, Einengung, einseitige Beschwerden, Dualität etc.) für die Behandlerin Christina Kalos der Pointer auf Vipera berus.


Pollinosis - ein Fall von Teucrium marum

Der Katzengamander Teucrium marum, verordnet u.a. bei Heuschnupfen, PMS, Kopfschmerzen, Albträumen, Zähneknirschen und Nägelbeißen. Einen Tag nach der Einnahme von Teucrium C30/C200 kam es zu einer massiven Verschlimmerung der Heuschnupfensymptomatik -„Am nächsten Tag war es abartig. Ich brauchte ein ganzes Paket Taschentücher, die Nase tropfte abartig.“ - den Tag darauf bestanden nur noch minimale Beschwerden. Es verschwanden nicht nur alle erwähnten Beschwerden, auch die Panikgefühle beim Durchfahren eines Tunnels gehören seit der Gabe von Teucrium marum der Vergangenheit an (Behandlerin: Birgit Nalepa, Waldmohr).


Hecla lava anstatt Staph.

Hecla lava ist eine mineralische Substanz, die vor allem für ihre Wirkung auf Zähne und Knochen bekannt ist. Wie sich Hecla lava im Chronischen zeigt, dokumentiert der Freiburger Homöopath Marco Riefer anhand einer ausführlichen Kasuistik eienr Frau mit Paradontose, ständigen Eiterungen und Abzessen im Kieferbreich und Knochenschädigungen (Kiefer) sowie eines weiteren kurzgefassten Falles. Abschließend gibt der Behandler seine Erfahrungen in einem kompakten Arzneimittelbild von Hecla lava wieder.

Eine weitere Kasuistik zu Hecla lava finden Sie in folgender Ausgabe: 1/08 - (Edel)Steine.


Weitere Beiträge

Ioannis Kafkas und Dr. Georgios Loukas aus Griechenland stellen den Fall eines Mannes vor, der an chronischen Kopfschmerzen, Schwindel und hypertonen Krisen leidet. Die homöopathische Arznei Hoedulli cerebrum, hergestellt aus dem Gehirn einer Ziege, brachte alle Beschwerden dauerhaft zum Verschwinden (vier Jahre nachbeobachtet).

Eine Kasuistik zu Zincum phosphoricum von der niederländischen Homöopathin Alize Timmerman incl. einem Interview gibt Diana Nocker (Peiting) in ihrem Beitrag wieder.

Seine Erfahrungen mit Systemischen Krankheitsaufstellungen (Betrachtung der Erkrankung im Rahmen einer Aufstellung) und Krankheitsstrukturaufstellungen in der homöopathischen Praxis gibt der Freiburger Homöopath Marco Riefer in einem Artikel wieder.


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