Homoeopathia viva 2/11 - Arzneien tierischer Herkunft
Moschus, Lac ovinum, Bothrops lanceolatus, Lac felinum & Co.
Sechs Jahre nach der Ausgabe 2/05 sind zum zweiten Mal Arzneien tierischer Herkunft das Schwerpunktthema. Sie finden Beiträge und Kasuistiken folgender Arzneien:
- Moschus moschiferus
- Lac ovinum (zwei Beiträge zur Schafsmilch)
- Spongia marina tosta
- Acinonyx jubatus (Gepard, Sankaran-Methode)
- Lac felinum
- Pyrrhosoma nymphula (Frühe Adonislibelle)
- Bothrops lanceolatus (drei Beiträge)
- Lac delphinum
- Sciurus vulgaris (Eichhörnchen)
Moschus moschiferus
Der Moschushirsch Moschus moschiferus gilt in der Homöopathie als Arznei für hysterische Menschen. Wie sich das im Konkreten zeigen kann, demonstriert die Behandlung eines Mädchens (Asthma, Immunschwäche) von Marco Riefer unter besonderer Berücksichtigung der Dynamik des Familiensystems. Zwar erbrachten Verordnungen von Tuberculinum bovinum und Ipecacuanha zwischenzeitlich Besserungen v.a. auch im Akuten, aber erst Moschus moschiferus führte zur gewünschten Reaktion im Körperlichen wie im Psychischen.
Spongia marina tosta
Hauptsächlich bei akuten Beschwerden wird der Meerschwamm Spongia marina tosta verordnet, die chronische Fallgeschichte dokumentiert eine beruflich überlastete Frau mit unerfülltem Kinderwunsch aufgrund einer diagnostizierten Hormonstörung. Wie sich eine Schwangerschaft innerhalb von neun Monaten nach der Arzneigabe einstellte und welche anderen Beschwerden sich unter dem konstitutionell wirkenden Spongia noch besserten, lesen Sie auf den Seiten 8 bis 15.
Die Lanzenotter Bothrops lanceolatus
Gleich drei Beiträge erwarten Sie zu Bothrops lanceolatus, einer Giftschlange, die der italienische Homöopath Massimo Mangialavori als eine Art „Super-Lachesis“ beschreibt. Die Patientin des ersten Falles erhielt Both-l. aufgrund einer schamhaften Schüchternheit, Wortfindungsstörungen (mit deutlicher Verschlimmerung nach einem Apoplex) und einer Reihe schlangentypischer Beschwerden. Die zweite Patientin ersuchte homöopathische Hilfe aufgrund eines Kinderwunsches bei einer Endometriose und einer Ovarialzyste. Sechs Wochen nach der Einnahme von Bothrops lanceolatus war die Zyste für den Arzt nicht mehr nachweisbar, dreieinhalb Monate später war die Patientin schwanger!
Ein weiterer Artikel gibt ein kompaktes Arzneimittelbild von Bothrops lanceolatus wieder, zusammengetragen aus klassischen Quellen und Praxiserfahrungen zeitgenössischer Homöopathen.
Lac felinum
Migräne, Taubheit der Arme und Probleme mit den Lymphgefäßen in den Beinen nannte eine auf Individualität und Unabhängigkeit bedachte Frau als Anlass für die Konsultation einer Homöopathin. Zwei Gaben der Katzenmilch Lac felinum reichten aus, um diese Beschwerden und weitere Unpässlichkeiten zum Abklingen zu bringen.
Acinonyx jubatus - der Gepard
Ein weiteres Mitglied aus der Familie der Katzen ist Acinonyx jubatus, der Gepard, dessen potenziertes Fell einem hyperaktiven und sich manchmal recht aggressiv gebärdenden Jungen zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Ruhe verhalf. Fallaufnahme und -analyse wurden nach der Sankaran-Methodik durchgeführt. Eine kurze tabellarische Übersicht zu „Raubkatzen in der Homöopathie“ rundet den Beitrag ab.
Zwei Artikel zu Lac ovinum
Die Schafsmilch Lac ovinum reduzierte einen erhöhten Blutdruck von bis zu 190/106 nicht nur dauerhaft (dreieinhalb Jahre Nachbeobachtungszeit) auf unauffällige Werte, sondern beseitigte auch das Herzklopfen, die stressbedingten Magenschmerzen und die migräneartigen Kopfschmerzen. Welche Gemüts- und weiteren Symptome auf Lac ovinum hinwiesen, erläutert der Behandler in seiner Fallanalyse.
Zur Verdeutlichung des Arzneimittelbildes des noch recht selten verordneten Lac ovinum finden Sie in einem Begleitartikel Auszüge aus Fällen dreier verschiedener Homöopathen.
Pyrrhosoma nymphula - die Frühe Adonislibelle
Mit der Publizierung des Beitrages zu einer Libellenart, der Frühen Adonislibelle Pyrrhosoma nymphula, erschließt sich dem geneigten Leser vermutlich erstmalig eine Arznei aus der Ordnung der Libellen. Der Behandler schreibt: „Im folgenden Fall war ich lange orientierungslos, was die Verschreibung angeht. Erst nachdem ich relativ erfolglos Tilia cordata und danach mit etwas mehr Erfolg Staphisagria verordnet hatte, stand mir die passende 'Arzneigruppe' unausweichlich vor Augen.“
Hauptbeschwerden der vitalen und manchmal überreizt wirkenden Patientin waren u.a. Mastopathie, Herpes sowie Fissuren und Rhagaden. Nachdem der Behandler aufgrund einer Reihe von Charakteristika und Symptomen zur der Einsicht gelangt war, dass eine heilsame Arznei am wahrscheinlichsten bei den Insekten zu finden sei, gaben einige ungewöhnliche Symptome den Fingerzeig auf eine Libelle.
Ein weiterer Artikel listet bisher unveröffentlichte Symptomenschwerpunkte aus der Prüfung der Vierflecklibelle Libellula quadrimacula auf, die in den Jahren 2009 und 2010 von 18 Prüferinnen von „Holon - Netzwerk für Tierhomöopathie“ durchgeführt wurde. Die Prüfungsergebnisse im Überblick finden Sie auch unter » http://www.holon-tierhomoeopathie.de/themen/arzneimittelpruefung-libelle/
Sciurus vulgaris - ein erster Fall des Eichhörnchens
Als Tier jedem wohlbekannt ist Sciurus vulgaris, das Eichhörnchen, doch wie sich ein Patient präsentiert, dem genau solch ein Arzneimittel bei all seinen Hauptbeschwerden - Schwäche (Burnout) Aphthen und Karpaltunnelsyndrom - dauerhaft helfen kann, zeigt die Homöopathin auf den Seiten 57 bis 63.
Lac delphinum
Den Abschluss bildet der Fall eines Jungen mit akuter Nesselsucht und Enuresis nocturna, dessen persönliche Arznei der Wahl Lac delphinum ist. Auch das Getriebensein besserte sich, wie auch Lac delphinum bei zunehmend seltener auftretenden Akutbeschwerden wie Husten und Herpes (nach Schlafmangel) stets zuverlässig wirkte.