Homoeopathia viva 2/06 - Metalle
Cuprum, Palladium, Argentum, Platin, Plumbum, Thallium, Germanium etc.
Metalle, elementare Bausteine unserer materiellen Welt, sind seit Jahrtausenden eng verwoben mit der menschlichen Kultur; zum Bau von Jagd- und Verteidigungswaffen, Motoren und Maschinen, als Ersatzwerkstoff im menschlichen Körper oder als Schmuck und Zahlungsmittel.
Acht Metalle werden in dieser Ausgabe präsentiert. Neben den Edel- und Schwermetallen Cuprum, Palladium, Argentum und Platin die Nur-Schwermetalle Thallium und Plumbum. Zusätzlich finden Sie zwei Mercurius-phosphoricum-Fälle.
Ein sog. 'Halbmetall' ist dagegen Germanium, das ebenfalls mit einer Kasuistik vertreten ist.
Cuprum
Cuprum metallicum gehört zu den bekannteren Arzneien, zumindest was die körperliche Seite betrifft. Wie sich potenziertes Kupfer als homöopathische Arznei bei einem 8-jährigen angespannten Kind mit Heuschnupfen präsentieren kann, zeigt eine Falldokumentation. In allen drei folgenden Saisonen nach der Verordnung von Cuprum metallicum traten kein allergischen Symptomen mehr auf, und auch andere Beschwerden besserten sich dauerhaft.
Argentum metallicum - Silber
Argentum metallicum, potenziertes Blattsilber, steht meist im Schatten häufiger verordneter Arzneien wie Argentum nitricum oder Aurum metallicum. Neben einem chronischem Argentum-Fall finden Sie einen ausführlichen Begleitartikel mit Informationen zur Substanz, ihrer Verwendung in Technik und Medizin sowie dem Arzneimittelbild, u.a. ergänzt mit den Erfahrungen diverser Homöopathen wie G. Vithoulkas, F. Vermeulen und M. Mangialavori.
Palladium
Eine über sieben Jahre nachbeobachtete Palladium-Kasuistik der Berlin Homöopathin Monika Kittler. Die Fallanalyse erfolgte nach dem Gemütsbild, da für die körperlichen Beschwerde (u.a. Heuschnupfen) kaum bestätigende Hinweise zu Palladium zu finden waren.
Platin
Platin metallicum ist das Homöopathikum, das den 11-jährigen Pablo neun Jahre lang konstitutionell unterstützte. Platin wirkte heilend bei einer seit Jahren bestehenden Stomatitis und im weiteren Behandlungsverlauf bei einer eitrigen Tonsillitis und einer genitalen Warze. Eine Platin entsprechende Geistes- und Gemütshaltung war ebenfalls vorhanden.
Mercurius phosphoricum
Nicht Mercurius solubilis Hahnemanni, sondern Mercurius phosphoricum ist gleich mit zwei Fällen vertreten, da Mutter und Sohn das gleiche Mittel erhielten. Die sechs Jahre nachbeobachtet Kasuistik der Mutter gewährt zudem ein tieferes Verständnis in die Thematik und Konfliktpunkte von Mercurius phosphoricum.
Thallium metallicum
„Du kannst an mir nicht vorbeigehen – ich bin der Stärkere“ – so lautet der Titel der Kasuistik eines Mannes, der Thallium aufgrund „überfallartiger“ neuralgischer Schmerzen erhalten hatte. Die Fallanalyse nimmt Bezug auf die Scholten'sche Sichtweise des Periodensystems.
Plumbum – Blei
Plumbum metallicum gilt als eine Arznei für allgemeine sklerotische Zustände mit einer ausgeprägten Tendenz zu Atrophie, Lähmungen und kolikartigen Beschwerden als Begleitsymptom. Hinweisend auf Plumbum gilt die Empfindung, als ob betroffene Stellen nach innen gezogen werden. Als Krankheitsbilder werden bei Plumbum u.a. Multiple Sklerose, Progressive Muskelatrophie, Sklerose des Rückenmarks, Arteriosklerose und Bluthochdruck erwähnt. Eine Arznei vornehmlich für ältere Menschen!?
Der Plumbum-Fall in dieser Ausgabe dokumentiert die Behandlung einer 17-jährigen Patientin. Körperlich bestanden chronische Magen-, Rücken- und Unterleibsschmerzen. Hinweisend auf Plumbum war die Beschreibung ihrer Bauchschmerzen: „Es sind ziehende Schmerzen, als ob von innen jemand alles reinziehen würde.“
Doch auch das Gemütsbild weist deutliche Plumbum-Elemente auf: Misstrauen, Gefühlskälte und destruktives Verhalten. Ein paar beispielhafte Aussagen: „Meine jetzige Freundin hat Epilepsie. Ich habe ihr den Kopf gegen die Wand geschlagen, das war eine Kurzschlussreaktion ... Ich spiele immer was vor, ich lüge, ohne rot zu werden ... Meine Freunde denken, ich sei asozial. Letztens war eine Schlägerei, das finde ich asozial. Ich mache jemanden psychisch fertig, bevor ich draufschlage.“
Den gesamten Fall finden Sie sorgfältig dokumentiert auf sechs Seiten in der Herbstausgabe 2006 der Homoeopathia viva.
Germanium metallicum
Nach dem Germanium-Beitrag in der » Ausgabe 1/04 finden Sie zum zweiten Mal eine Germanium-Kasuistik in der Homoeopathia viva. Der 8-jährige Tobias kam wegen einer Recht-Leseschreibschwäche und Konzentrationsstörungen in die Praxis. Die Spur zum heilenden Germanium legten seine auffälligen Träume von Krieg, Bomben, toten Soldaten und Erschießungen. Sein Selbstbewusstsein war durch die mangelhaften schulischen Leistungen deutlich beeinflusst. In Jeremy Sherr's Prüfung von Germanium metallicum kann man dazu lesen: „Wenn ich mich vergleiche, fühle ich mich wertlos und als Nichts. ... Gefühl totalen Versagens.“
Welche Fortschritte die Gabe von Germanium bewirkte, können Sie in einem sechsseitigen Beitrag lesen.
Carboneum hydrogenisatum
Carboneum hydrogenisatum ist eine Arznei, die in Boericke's 'Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen' mit gerade einmal sechs Zeilen erwähnt wird. Sechs DIN-A4 Seiten dagegen umfasst die Wiedergabe der Behandlung einer spirituellen Heilerin (Hyperthyreose, Darmblutungen, Depressionen) mit Carboneum hydrogenisatum. Aussagen der Patienten wie „Einmal hatte ich im Himalayagebirge ein wahnsinniges Erlebnis. Ich glaube, da hat meine spirituelle Erweckung statt gefunden. Es hat mich total aus meinem Körper rausgezogen“ und „Die Alltagsrealität war die Hölle und meine spirituelle Welt das Paradies“ erinnern stark an das Mittel Hydrogenium, jedoch gab es Gründe, dem Mischgas Carboneum hydrogenisatum das Vertrauen zu schenken.
Das Carboneum hydrogenisatum eine etwas 'spacige' Arznei zu sein scheint, drücken schon folgende Hinweise im Boericke aus: „Benommenheit. Außerordentliches Gefühl der Zufriedenheit. Alle Gedanken erscheinen in einem Augenblick wie auf einem inneren Spiegel.“
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