Homoeopathia viva 2/04 - Beryllium, Boron & Borax
... und Lyssinum (Hydrophobinum), Acalypha indica und Mandragora
Nach der Erstausgabe widmet sich zum zweiten Mal eine Ausgabe dieser Fachzeitschrift Arzneien mineralischer Herkunft. Die Elemente Nr. 4 und Nr. 5, Beryllium metallicum und Boron metallicum, bzw. die Boron-Natrium-Verbindung Borax veneta stehen in dieser Ausgabe im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Zusätzlichen finden Sie Kasuistiken zu folgenden Arzneien:
- Lyssinum (Hydrophobinum)
- Mandragora officinarum (mit Arzneimittelbild)
- Acalypha indica (nach dem 'neuen Ansatz' von Sankaran)
Beryllium metallicum
Beryllium metallicum, das trotz einer erstmaligen Arzneiprüfung im Jahre 1952 ein homöopathisches Schattendasein fristet, ist eine Arzneimittel für Menschen, die ein ausgeprägtes Verlangen nach Versorgung und Schutz durch nahestehende Menschen haben. Die Betroffenen habe große Probleme, sich als eigenständige Individuen wahrzunehmen. Erwachsene z.B. fragen bei Kleinigkeiten immer ihren Partner oder die Eltern um Rat. Beryllium gehört mit Magnesium, Calcium und Barium zur Gruppe der Erdalkalimetalle. Allen diesen ist eine gewisses Maß an Abhängigkeit und Bedürfnis nach Unterstützung zu Eigen. Zwei Kasuistiken geben einen Einblick in die Dynamik und körperlichen Schwerpunkte von Beryllium metallicum..
Borax veneta & Boron metallicum
Borax veneta, oder auch Natrium boracium, ist eine Verbindung von Boron und Natrium, die jedem Homöopathen mit ihren Hauptsymptomen bekannt ist: Furcht bei Abwärtsbewegung, Neigung sich anzuklammern, Aphten etc. Doch wie ist die psychische Struktur genau? „Borax – der ewige Säugling“ ist eine passende, wenn auch zu allgemeine Charakterisierung. Das homöopathische Verständnis des Elementes Boron metallicum, auch einfach Bor genannt, ist diesbezüglich sehr aufschlussreich und erhellend. Menschen, die Boron als potenziertes Heilmittel benötigen, sind äußerst beeinflussbar und neigen dazu, schnell Verhaltenweisen ihrer Mitmenschen zu übernehmen. Ein ausreichendes Maß an Abgrenzung fällt ihnen schwer – ganz so wie der Substanz Borax. Beim sog. „Perlversuch“, einer chemischen Analysemethode, bringt man eine geringe Menge einer zu analysierenden Substanz an eine heiße Boraxperle. Beim anschließenden Glühen der verunreinigten Boraxperle übernimmt diese die charakteristische Farbe der Probe. Ähnliche Fähigkeiten haben nur noch Phosphor und dessen Salze. Einhergehend mit dieser mangelnden Abgrenzungsfähigkeit bestehen bei Borax veneta und Bor, ähnlich wie auch bei Beryllium met., eine Art Ich-Schwäche und Selbstunklarheit.
Insgesamt fünf Kasuistiken verdeutlichen körperliche Beschwerden und psychische Grundthematiken der Patienten, die Bor oder Borax als homöopathische Arznei erhalten haben. Wie gewohnt, widmet sich ein weiterer » Artikel (PDF-Format) [225 KB]
den Substanzen Boron und Borax veneta (Natrium boracium) aus chemischer, physikalischer und homöopathischer Sicht.
Lyssinum (Hydrophobinum)
Die Homöopathin Monika Kittler dokumentiert ausführlich den Lyssinum-Fall einer Frau mit Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden, die während einer akuten psychischen Krise in Behandlung kam. Nach der Verordnung der Arznei Lyssinum C 200 (= Hydrophobinum) kam es zu einer intensiven 24 Stunden andauernden emotionalen Verschlimmerung. Im Laufe der nächsten Wochen traten dann eine Reihe von ehemaligen körperlichen Beschwerden auf, wobei die Patientin das Gefühl hatte, dass sich parallel dazu ihre Selbstwahrnehmung komplett veränderte. Schlaf und die PMS-Symptomatik besserten sich ebenfalls deutlichst nach der Gabe von Lyssinum.
Eine weitere Kasuistik zu Lyssinum finden Sie in dem » Sonderheft "Hundearzneien".
Mandragora officinarum - die Alraune
Das Nachtschattengewächs Mandragora officinarum ist eine, selbst für Nachtschattenverhältnisse, ausgesprochen düstere Arznei. Zu Dingen wie Friedhöfen, Blut, Geistern und okkulten Ritualen besteht oft eine deutliche Affinität: entweder völlige Angst/Ablehnung oder aber Faszination. Schwere Traumatisierungen in frühester Kindheit (Geburtskomplikationen mit drohender Todesgefahr, Frühgeburten, Unfälle der schwangeren Mutter etc.) oder Transplantationen von Gewebe/Organen Verstorbener können einen Mandragorazustand auslösen. Wie Stramonium wähnt sich Mandragora officinarium im Zustand zwischen lebendig und tot. Die Ähnlichkeiten zu den bekannteren Nachtschatten-Arzneien wie Stramonium und Belladonna sind frappierend.
Der Artikel gibt die Behandlung eines Mannes mit u.a. massiven Schlafstörungen (Alpträume) wieder, der regelmäßig Psychopharmaka einnehmen musste. Zur Heilung wurde lediglich eine einzige Gabe Mandragora C 200 benötigt (38 Monate nachbeobachtet)! Zum tieferen Verständnis finden sich noch die Essenzen weiterer Kasuistiken sowie ein Arzneimittelbild zu Mandragora officinarum.
Acalypha indica
Als letzte Kasuistik wird die Behandlung einer unter Colitis ulcerosa leidenden Frau mit Acalypha indica durch den indischen Arzt Dr. Jayesh Shah wieder gegeben. Acalypha indica gehört zu den Wolfsmilchgewächsen; Fallaufnahme und -beurteilung erfolgten nach dem 'neuen Ansatz' von Rajan Sankaran.
Zur Abrechenbarkeit homöopathischer Leistungen des homöopathischen Arztes
Den Abschluss dieser Ausgabe der Homoeopathia viva bildet ein Artikel der auf ganzheitlich tätige Heilberufe spezialisierten Rechtsanwältin Anette Oberhauser, die ihre Erfahrungen zur Abrechenbarkeit homöopathischer Dienstleistungen in der Praxis des homöopathischen Arztes wieder gibt.
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