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Homoeopathia viva 1/05 - Korbblütler



Arnica, Chamomilla & Co.



... so lässt sich plakativ der Inhalt der Frühjahrsausgabe 2005 beschreiben. Zusätzlich zu den Beiträgen zu den Korbblülern, finden Sie die Vorstellungen einer homöopathischen Software (SESAM), die Repertorium und Materia medica miteinander verbindet.

- Arnica montana
- Bellis perennis (zwei Kasuistiken)
- Chamomilla vulgaris (= Matricaria chamomilla)
- Millefolium (Achillea millefolium)
- Tanacetum vulgare und Tussilago farfara (Huflattich)
- Software SESAM (Repertorium & Materia medica)


Arnica montana


Arnica montana (Bergwohlverleih) und Millefolium (Schafgarbe) sind klassische Verletzungs- und Blutungsmittel, die sich in ihrer Neigung, sich der Umwelt hart und kämpferisch zu präsentieren, sehr ähneln können. Otmar Neuhöfer beschreibt in seinem Arnica-Fall „Scheintod durch Verletzung“ den Fall eines Kochs, der unter den Folgen eines Jahre zurückliegenden Motorradunfalls litt. Direkt nachdem der Patient aus seiner Ohnmacht erwacht war, erklärte er der Polizei, das es ihm gut gehen würde. Eine typische Reaktion für Arnica montana, die sich im Repertorium findet unter: Gemüt – Gesund – behauptet, trotz schwerer Krankheit gesund zu sein. Die Lebensgeschichte des vietnamesischen Mannes weist noch weitere todesnahe Erlebnisse aus, wie den Überfall schießwütiger thailändischer Piraten auf das Schiff bei der Flucht aus Vietnam. Nach der zweimaligen Gabe von Arnica C 1000 kam es physisch (Herzbeschwerden, Rückenschmerzen, Atmung) wie auch allgemein (Alpträume, Schlaf) zu einer anhaltenden Besserung.



Millefolium (Achillea millefolium)


Karl-Josef Müller's Millefolium-Fall eines Mannes mit HNO-Beschwerden gewährt einen guten Einblick in die Struktur und wunden Punkte der potenzierten Schafgarbe. Auch in dieser Kasuistik dreht sich vieles um das Thema Verletzung und Verletztwerden. Ähnlich wie bei Arnica präsentierte der Patient ein Selbstbild der Stärke und Unverletzlichkeit. Körperlich bestätigend für Achillea millefolium waren z.B. Symptome wie die ausgeprägte Neigung zum Nasenbluten.



Bellis perennis - das Gänseblümchen


Zwei Kasuistiken zeigen die Heilkraft von Bellis perennis, einer Arznei, die im Praxisalltag unterrepräsentiert sein dürfte. Im ersten Fall litt die Patientin seit einer Hämorrhoiden-Operation an einer persistierenden Analfistel. Eine passende Rubrik aus dem homöopathischen Repertorium wäre z.B.: Allgemeines – Verletzungen – Operation – Beschwerden durch. Bellis perennis beseitigte nicht nur die Fistel, sondern verhalf auch dem bei der Operation verletzten Schließmuskel zu einer besseren Funktion (zwei Jahre Nachbeobachtungszeit). Bei der Patientin des zweiten Falles besserten sich unter Bellis perennis dauerhaft die Schilddrüsenbeschwerden (Thyreoiditis) und die Allergiesymptome; auch psychisch kam es zu einer deutlich positiven Entwicklung.



Chamomilla vulgaris


Eine Chamomilla-Kasuistik dokumentiert die Behandlung eines Kleinkindes mit Affektkrämpfen und autistischen Tendenzen. Diverse Schreck- und Schockerlebnisse von Mutter und Kind sowie die auffällige Telnahmslosigkeit des Kindes ließen die Behandlerin anfangs an eine Arznei mit Drogenqualitäten denken. Symptome wie „Unterdrückung der Muttermilch durch Zorn“ aber auch die vielen „Gleichgültigkeits-Rubriken“ in den Matricaria chamomilla aufgeführt wird (Stumpfheit; stilles Wesen; Gleichgültigkeit allem gegenüber) führten dann zu Chamomilla.



Weitere Korbblütler: Tussilago farfara und Tanacetum vulgare


Den Abschluss bilden zwei selten verordnete Compositae: Tussilago farfara bei einer Frau mit diversen chronischen Beschwerden, bei der der Huflattich auch als akut verordnete Verletzungsarznei (starke Schwellung nach einer Zahnwurzelresektion, Hämatome nach Fahrradunfall) prompt half. Und Tanacetum vulgare (Wurmkraut), das bei einem Kind die Neigung zu Wurmbefall und chronischen Ohrentzündungen dauerhaft beseitigte. Tanacetum ist übrigens eine Arznei, die Aspekte von Cina (Artemisia maritima) und Chamomilla (beides Korbblütler) und dem Nachtschattengewächs Stramonium aufweist.

Wie immer in der Homoeopathia viva wird das Schwerpunktthema abgerundet durch einen » Begleitartikel zu den Compositae (PDF-Format) [243 KB] .



Sinapis alba – weißer Senf


Ralf Burmeister stellt einen Sinapis-alba-Fall des indischen Arztes Jayesh Shah vor, der nach dem 'neuen Ansatz' von Rajan Sankaran gelöst wurde. Die Patientin kam wegen Obstipation, Magenbeschwerden und einem allergischen Hautausschlag in homöopathische Behandlung.



Software SESAM - in Repertorium und Materia Medica gleichzeitig suchen


SESAM nennt sich eine neu entwickelte Homöopathie-Software des Saarbrückener Homöopathen Gerhard Ruster, die im letzten Beitrag dieser Ausgabe vorgestellt wird. SESAM ermöglicht die gleichzeitige Suche und Repertorisation in Materia medica und Repertorium, wobei dieses Programm Synonyme berücksichtigt werden. Die Homöopathie-Software ist als offenes System konzipiert, so dass eigene Ergänzungen integriert werden können. Folgende Materia medicae sind u.a. in SESAM 1.1 enthalten:
- Hahnemann: RAL und Chronische Krankheiten
- Hering: Guiding Symptoms
- Hartlaub und Trinks: Reine Arzneimittellehre
- Allen: Encyclopedia of the Pure Materia Medica (ca. 40% in deutsch)
- Allen: Materia Medica of the Nosodes (teilweise in deutsch)

Standardmäßig findet sich in der Software das Kent'sche Repertorium in neuer deutscher Übersetzung. Zusätzlich ist in absehbarer Zeit die Integration des deutschsprachigen 'Repertorium Universale' geplant (Stand Juli 2006).

Zur Dokumentation der Arbeitsweise dieser Homöopathie-Software und des Zusammenwirkens von Repertorium und Materia medica wird ein Asa-foetida-Fall wiedergegeben.


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