Eine Zeitschrift für Klassische Homöopathie ...
... mit dem Schwerpunkt auf (chronische) Fallwiedergaben
"Homoeopathia viva" erblickte im Frühjahr 2003 das Licht der homöopathischen Welt. Diese Homöopathie-Zeitschrift versteht sich als Plattform für alle homöopathisch arbeitenden Ärzte und Heilpraktiker, deren Interesse verstärkt den Arzneimitteln aus der 'zweiten Reihe' gilt, ohne jedoch grundsätzlich bekanntere Arzneien (Polychreste) aus dem Blickfeld zu verlieren.
Praxisnah durch Falldarstellungen mit langer Nachbeobachtungszeit
Die Darstellung der Arzneimittel erfolgt in der Regel als Fall (Kasuistik), wobei nahezu ausnahmslos chronische Falldarstellungen wiedergegeben werden. Die Nachbeobachtungszeit liegt meist bei 18 bis 24 Monaten, nicht selten aber auch bei drei oder vier Jahren. Genauso praxisnah wie die Darstellung als Fall ist auch die Wiedergabe der Anamnesen – zum überwiegenden Teil in den wörtlichen Aussagen der Patienten. Dies garantiert eine möglichst authentische, anschauliche und lebendige Art der Fallwiedergabe – ganz im Sinne des Zeitschriftentitels.
An die Anamnese schließt sich eine sorgfältige Fallanalyse an. Was ist auffällig und absonderlich? Welche zentralen Begebenheiten und Themen sind erkennbar und welche körperlichen Schwerpunkte? Neben dem klassischen Lösungsweg mittels Repertorium und Materia Medica, bei Bedarf auch unter Hinzuziehung relevanter Textstellen aus Arzneimittelprüfungen, erfolgt nicht selten auch eine thematische Herangehensweise.
"Ich bin absolut überzeugt, dass einer thematischen Herangehensweise, insbesondere an die Materia Medica, die Zukunft gehört. Die Zeitschrift 'Homoeopathia viva' verfolgt solch einen Denkansatz - klar und anschaulich dokumentiert. Zu sehen, wie andere ihre Fälle lösen und beurteilen, ist eine schöne Zugabe - Viva Homoeopathia!"
Frans Vermeulen (Schweden)
'Homöopathische Familien'
Ein besonderes Anliegen dieser Homöopathie-Zeitschrift ist die Wahrnehmung der Arzneien nicht als isolierte, einzelstehende Mittel im Pool des homöopathischen Arzneischatzes, sondern in Verbindung mit anderen, „verwandten“ Arzneimitteln. Kein ernsthafter Homöopath wird die in vielen Bereichen frappierende Ähnlichkeit der Nachtschatten Belladonna, Hyoscyamus niger und Stramonium bestreiten. Und auch bei anderen Arzneigruppen, wie zum Beispiel bei den Schlangen, den Edelmetallen oder den Halogenen, finden sich jenseits aller individuellen Symptomatik der Einzelsubstanzen viele grundlegende homöopathische Gemeinsamkeiten. Je mehr sich homöopathische Ursubstanzen im Botanischen, Chemischen, Physikalischen, Biologischen etc. ähneln, umso ähnlicher bilden sich diese auch im Homöopathischen ab.
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Die möglichst genaue Kenntnis der ’homöopathischen Familien’ lässt einen nicht nur hömöopathische Gemeinsamkeiten von Arzneien erkennen (und somit auch wichtige Differenzialdiagnosen!!), sondern es stellt sich umgekehrt auch die Frage, welche Symptome denn nun wirklich mittelspezifisch sind. Was ist typisch für Arnica montana? Und was für Bellis perennis oder Achillea millefolium? Die Neigung zu Nasenbluten, 'blauen Flecken' und langsamer Wundheilung, das Auftreten von Schmerzen wie wund und zerschlagen an betroffenen Körperteilen und die Tendenz, erlittene Verletzungen durch demonstrative Stärke oder Beschönigen überspielen zu wollen, ist nicht nur für Arnica typisch, sondern kann auch auf Millefolium oder Bellis perennis hinweisen.
’Homöopathische Familien’ sind keine fixierten, in Stein gemeißelten Klassifizierungen. Eine botanische Verwandschaft ergibt nicht zwangsweise eine homöopathische Ähnlichkeit. Umgekehrt können sich Arzneien völlig unterschiedlicher Herkunft (Pflanze, Tier, Mineral etc.) in grundlegenden Charakteristika so ähneln, dass sie in die gleiche ’Familie’ gehören. So ist zum Beispiel Oxygenium mit seinem Hochmut, seinem Bedürfnis nach Wertschätzung, wie auch seíner Körperwärme (Sauerstoff ist unabdingbar für Verbrennungsprozesse) und seinem Verlangen nach Frischluft im Dunstkreis von Sulphur anzusiedeln, während Lac delphinum (Delfinmilch) eine wichtige Differenzialdiagnose (siehe » Ausgabe 2/05) zu Phosphor ist.